Einsatz 13 – Brand Dachstuhl

Alarm am: 05.02. um 04:00 Uhr

Einsatzort: Böllgraben

Eingesetzte Fahrzeuge: 10/1, 22/1, 23/1, 30/1, 36/1 (AB-Atemschutz,                                                           AB-Sonderlöschmittel) 40/1, 48/1, 61/1

Eingesetztes Personal: 32

Alarmmeldung: Brand Dachstuhl, Person in Gefahr

 

Kurzbericht: 

Rauchentwicklung aus Gebäude am Böllgraben, Nachbar sieht Flammen aus dem 3. Obergeschoß, so die erste Alarmierung durch die Leitstelle Bayreuth / Kulmbach. Bereits auf der Anfahrt bat der Kommandant die Leitstelle, die Alarmstufe auf B4 (Brand, Person in Gefahr) zu erhöhen, da mehrere Aktive unserer Feuerwehr bereits auf ihrer Anfahrt zum Gerätehaus, Flammen aus dem Dachstuhl schlagen sahen.

Für weitere Informationen soll der unten stehende Text dienen, welcher größtenteils vom Kreisfeuerwehrverband Bayreuth stammt, auch hier nochmals vielen Dank an die vielen Vertreter der öffentlichen Medien, die geduldig auf ein Statement des Einsatzleiters warteten und somit Verständnis für dessen in erster Linie koordinierenten Aufgaben abarbeiten liesen.

Eine sechsköpfige Truppe hielt in der darauffolgenden Nacht noch eine s.g. Brandnachschau und um etwa 10:30 Uhr war der Einsatz entgültig beendet. (Die Wiederherstellung der Einstzbereitschaft begann bereits am Abend des Einsatztages und bereits um 18:45 Uhr ging es schon wieder auf die A9 Zu einem PKW-Brand).

Möchten wir alle aufzählen die uns bei diesem Einsatz unterstützten, so würden wir sicherlich jemanden vergessen, deshalb nochmals vielen Dank an alle Helfer, egal ob Feuerwehr, Rettungsdienst, THW, Polizei, Juragruppe, dem Abbruchunternehmen usw. vielen Dank. Vor allem aber ganz großer Dank an die Firma Kotzbauer, die ohne lange zu überlegen, jede nur erdenkliche Unterstützung uns zu Teil werden lies. Auch Nachbarn und Anwohner aus den umliegenden Häusern unterstützten uns nach Kräften mit Essen und Trinken bis tief in die Nacht hinein.

 

 

Am Dienstagmorgen (5. Februar 2019) wurde die Feuerwehr von der Leitstelle Bayreuth/Kulmbach gegen 4:00 Uhr zu einem Dachgeschossbrand in Pegnitz alarmiert.

Eine Anwohnerin hatte Flammen im Dachgeschoss eines Geschäftshauses bemerkt und einen Notruf abgesetzt. Die Polizei konnte alle Bewohner der Wohnungen, die sich im Dachgeschoss befanden, wecken und in Sicherheit bringen.

Den ersten Einsatzkräften der Pegnitzer Feuerwehr schlug bereits das Feuer aus dem Dachgeschoss entgegen. Noch auf der Anfahrt ließ der Einsatzleiter, Kommandant Roland Zahn, die Alarmstufe erhöhen auf Brand Gebäude B4. Die Leitstelle beorderte weitere Feuerwehren nach Pegnitz in den Böllgraben.

Der Einsatzleiter ordnete einen Innenangriff an und ließ die Drehleiter in Stellung bringen. Der Innenangriff musste wegen der bereits entstandenen extrem hohen Temperaturen, den herabstürzen Zimmerdecken und des undurchdringlichen Rauches abgebrochen werden. Deshalb konnte der Brand nur von außen bekämpft werden. Zusätzliche Drehleitern aus Auerbach und Waischenfeld unterstützen dieses Unterfangen. Da man die Brandherde nicht alle erreichen konnte, versuchten man, das Dachgeschoß mit Leichtschaum zu fluten. Trotz des anfänglichen Erfolges musste diese Löschmethode abgebrochen werden, da das Dachgeschoss weiträumig war und einige Zimmer verschlossen waren, so dass der Leichtschaum sein Ziel nicht erreichte. Als besonders hartnäckig erwiesen sich auch die Dacherker, immer wieder flammte das Feuer hier auf. Die Erker waren mit Kupferblech eingedeckt, so kam man mit der Löschmittel nicht an die Brandherde heran. Die Eindeckung wurde mit sogenannten Rettungssägen, also Motorsägen mit speziell bestückten Sägeketten, geöffnet und die darunterliegenden Brandnester abgelöscht. Zusätzlich wurden Atemschutzträgertrupps in den unteren Stockwerken eingesetzt, um das Ausbreiten des Brandes auf die anderen Etagen zu verhindern. Neben dem erwähnten Leichtschaum wurde hauptsächlich Netzwasser als Löschmittel eingesetzt, so wollte man den Wasserschaden geringhalten und die Vereisung des Einsatzortes eingrenzen. Trotzdem streuten Bauhofmitarbeiter die Einsatzstelle großflächig mit Streusalz ab. Feuerwehrkräfte wiederholten dies immer wieder. Der Dachstuhl wurde am Nachmittag mit Hilfe von schweren Baumaschinen abgetragen. Die Abbruchtrümmer wurden von der Feuerwehr abgelöscht und vom Abbruchunternehmen entsorgt. Der Einsatz zog sich bis in die Abendstunden hin.

Die Atemschutzgeräteträger konnten sich in dem Abrollcontainer Aufenthalt, der in Waischenfeld stationiert ist, aufwärmen. Mit einer nicht selbstverständlichen Aktion unterstützte das Autohaus Kotzbauer die Rettungskräfte. Es stellte seine Ausstellunghalle uneigennützig den Einsatzkräften zur Verfügung. Bei einer Außentemperatur unter – 10 Grad, konnten sich die Einsatzkräfte in der beheizten Halle aufwärmen und regenerieren. Das BRK übernahm dort auch die Versorgung der Einsatzkräfte mit heißen Getränken und Essen. Auch der benachbarte OBI-Baumarkt unterstützte die Einsatzkräfte tatkräftig. Der Parkplatz war den ganzen Tag über der Bereitstellungsraum für die Feuerwehr, zusätzlich stellte der Marktleiter den Einsatzkräften Material zur Verfügung.

Einsatzleiter Roland Zahn wurde durch eine Vielzahl von Landkreisführungskräften, an der Spitze Kreisbrandrat Hermann Schreck, bei der Einsatzkoordination, es waren nicht nur aus den näherem Umkreis von Pegnitz, sondern auch aus der Oberpfalz und aus dem gesamten Landkreis Bayreuth Feuerwehren im Einsatz, unterstützt.

 

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